Weinlehre
1. Was man über Wein wissen sollte
Grundbegriffe auf dem Etikett
- Rebsorte: z.B. Riesling, Grüner Veltliner, Merlot – sie bestimmt den Charakter des Weins.
- Herkunft: Aus welchem Land / welcher Region der Wein kommt (z.B. Wachau, Bordeaux).
- Jahrgang: Das Erntejahr der Trauben – Wetter & Klima dieses Jahres prägen den Wein.
- Qualitätsstufe (je nach Land): z.B. Landwein, Qualitätswein, Prädikatswein.
- Geschmacksangabe:
- trocken: kaum Restzucker, nicht süß
- halbtrocken / feinherb: leicht spürbare Süße
- lieblich / süß: deutlich süß
2. Die richtige Vorbereitung
Serviertemperatur (Faustregeln)
- Rotwein: 16–18 °C (nicht zu warm, nicht Zimmertemperatur im Hochsommer)
- Weißwein & Rosé: 8–12 °C
- Schaumwein: 6–8 °C
Glas & Menge
- Glas mit Stiel, damit der Wein nicht in der Hand warm wird.
- Glas zu max. 1/3 füllen, damit sich die Aromen entfalten können.
3. Wein richtig verkosten – Schritt für Schritt
Schritt 1: Sehen
- Glas leicht über weißen Hintergrund halten.
- Achte auf:
- Farbe: hell/kräftig, eher gelb/grünlich/bernstein (weiß) oder rubin/violett/braun (rot).
- Klarheit: ist der Wein klar oder trüb?
- Viskosität („Kirchenfenster“): wie langsam die Tropfen am Glas herunterlaufen – gibt Hinweise auf Alkohol- und Zuckergehalt.
Schritt 2: Riechen
- Wein im Glas vorsichtig schwenken, um Aromen zu lösen.
- Zuerst kurz riechen, dann einmal absetzen, danach nochmal tiefer riechen.
- Typische Aromagruppen:
- Frucht: Apfel, Zitrus, Beeren, Steinobst
- Blumen & Kräuter: Rosen, Holunder, Kräuter
- Würze & Holz: Vanille, Kaffee, Schokolade, Pfeffer
- Reife-/Lageraromen: Honig, Nüsse, Leder, Tabak
Es geht nicht darum, „das Richtige“ zu erriechen, sondern zu beschreiben, was man subjektiv wahrnimmt.
Schritt 3: Schmecken
- Kleinen Schluck nehmen, im Mund kurz „bewegen“.
- Achte auf:
- Süße: Wie viel Restzucker ist spürbar?
- Säure: Frische, die den Mund „zum Wasserlaufen“ bringt.
- Tannin (v.a. bei Rotwein): leicht pelziges Gefühl an Zähnen und Zahnfleisch.
- Körper: wirkt der Wein leicht, mittel oder kräftig?
- Aromen am Gaumen: Was erkennst du wieder, was du schon gerochen hast?
- Abgang: Wie lange bleibt der Geschmack nach dem Schlucken? Kurz, mittel, lang?
4. Grundtypen von Wein
Kurzüberblick, den man gut auf einer Seite bündeln kann:
- Weißwein: meist frisch, fruchtig, oft höhere Säure; passt gut zu Fisch, Geflügel, Salaten, vielen Vorspeisen.
- Rotwein: kräftiger, mehr Tannin; gut zu Fleisch, Käse, herzhaften Gerichten.
- Rosé: fruchtig, leicht, oft als Sommerwein beliebt.
- Schaumwein (Sekt, Crémant, Champagner, Prosecco): prickelnd, ideal als Aperitif.
- Süßwein: deutlich süß; zu Dessert, Käse oder als „Medidationswein“.
5. Lagerung & Aufbewahrung
- Vor dem Öffnen:
- Kühl, dunkel, ohne große Temperaturschwankungen (ideal ca. 10–14 °C).
- Flaschen mit Korken liegend, damit der Korken nicht austrocknet.
- Nach dem Öffnen:
- Gut verschließen (Korken oder spezieller Weinverschluss).
- Im Kühlschrank aufbewahren:
- Weiß- & Roséwein: ca. 3–5 Tage
- Rotwein: ca. 2–4 Tage
- Schaumwein: 1–3 Tage mit Schaumweinverschluss
6. Wein & Essen – einfache Regeln
- Leichte Weine zu leichten Speisen, kräftige Weine zu kräftigen Speisen.
- Säurebetonte Weine passen gut zu fettigen oder sehr herzhaften Gerichten.
- Süße Weine harmonieren mit Desserts oder sehr salzigen Speisen (z.B. Blauschimmelkäse).
- Am Ende gilt: Was schmeckt, ist erlaubt – Regeln sind nur Orientierung.